oder: etwas über Angebot und Nachfrage lernen…

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Trödelmarkt in der Spieloase

oder: etwas über Angebot und Nachfrage lernen…

Mit meinen beiden Söhnen war ich häufig in der Spieloase. Wenn wir die Möglichkeit hatten, nutzten wir den Trödelmarkt am letzten Freitag jeden Monats. Vorher überlegte man, was zu verkaufen war und Philip, mein ältester Sohn, trennte sich dann gerne von seinen Sachen. Denn die Kinder durften das Geld behalten oder sich etwas anderes dafür kaufen. Wir beluden unseren Bollerwagen; erst waren es Babysachen von Maxi und später Ritterburgen und Computerspiele oder Kleidung. So gut es ging, halfen die Kinder beim Aufbauen. Dann aber wollten sie los zum Spielen, denn die Freunde waren ja alle da.

So schön wie möglich haben wir dann aufgebaut, verkauften sehr häufig an Bekannte oder tauschten, unterstützten aber auch die Nachbarin beim Verkauf. Wenn sich ein Käufer für die Sachen interessierte, dann hieß es oft, dies oder jenes wäre besonders schön oder besonders günstig und schwupp hatte man es vertickt.

Freundschaften entstanden, so dass die Frauen untereinander auf ihre Tische achteten, wenn eines der Geschwisterkinder z.B. vom Kindergarten abgeholt werden mußte. Manchmal mussten die Kinder meiner Freundin auf meinen jüngsten Sohn achten. Denn nur dann konnte man ungestört verkaufen. Wir machten durchschnittlich immer ein nettes Sümmchen, dann bekamen die Kinder natürlich ein Eis und wir Frauen gaben uns gegenseitig schon mal einen leckeren Kuchen in der Cafeteria aus. Dort gab es viele helfenden Hände. Natürlich sahen meine Söhne oft etwas was sie unbedingt kaufen wollten, das ging natürlich nur, wenn man auch etwas in der Kasse hatte. Klar manchmal wurde ein Auge zugedrückt. Auch soziales Verhalten konnten die Kinder lernen. Manche Sachen wurden einfach zu einem Kauf dazugegeben oder einfach auch verschenkt. Auch an das Frauenhaus wurde dann schon mal gedacht. Wir Frauen hatten immer viel Spaß, ich erinnere mich gut, dass wir den Verkauf  eines Rollers mit einer Flasche Sekt feierten. Es gab wirklich geborene Verkäuferinnen unter uns!

Wir mußten natürlich auch mal Streit unter den Kindern schlichten oder nach einem Sturz trösten, im Großen und Ganzen ging aber immer alles gut. Gegen 17.00 packten wir alle Sachen wieder zusammen, die Kinder waren schmutzig vom Spielen, aber ausgetobt und wir hatten unsere kleinen Schwätzchen gehalten. Es war eine schöne Zeit.

Ulla Nendza
Spieloasen Besucherin

 
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